Fotomontage: Martin-Luther-Kirche, Gemeindehaus Bollwerkstraße, Gemeindehaus Conrebbersweg (Hunger)

Die Kanzel der Martin-Luther-Kirche.
Foto: Hunger

Das Logo Kulturkirche der Hanns-Lilje-Stiftung mit dem Innenteil des Bildes "Ich bin das Licht" des Malers Uwe Appold.

Weihnachtliche Beleuchtung.
Foto: Hunger

Das Gemeindzentrum der Martin-Luther-Gemeinde Emden.
Foto: Hunger

2. Dezember 2013

Nachricht

Kultur die ankommt

Interview mit Pastor Chrostoph Jebens

Foto: Christoph Jebens

Pastor Christoph Jebens im Gespräch mit Martin Kaminski zur „signifikanten Kulturkirche“ in Emden

 MK: Pastor Jebens, die Martin-Luther-Kirche Emden wird signifikante Kulturkirche in der Lutherischen Landeskirche Hannovers. Was heißt eigentlich „signifikant“? Was bedeutet das?

CJ: Wollen Sie jetzt eine ehrliche Antwort haben? Weiß ich auch nicht … - jedenfalls hat die Hanns-Lilje-Stiftung der Landeskirche beschlossen, vier Kirchen besonders zu fördern, in denen besonders viel los ist. Und eine davon sind wir. Die Stiftung stellt dafür Mittel in Höhe von 50.000,- € pro Jahr für immerhin vier Jahre zur Verfügung.

MK: Und war Ihre Kirche nicht schon vorher signifikant?

CJ: Ja, seit Jahren bemühen wir uns darum, dass bei uns in der Kirche ein buntes Angebot gemacht wird, über den kirchlichen Normalbetrieb hinaus.

MK: 200.000 Euro sind eine Menge Geld. Wofür wird es eingesetzt? Ganz konkret?

CJ: Wir haben drei Schwerpunkte. Einmal dafür, Menschen einzustellen, die uns helfen das alles zu organisieren, also z.B. Organisationstalente und Techniker. Das alles soll ja später dann weiter gehen, daher muss sich etwas entwickeln, was sich dann irgendwann selbst trägt. Zweitens müssen wir in die konkrete Technik investieren, also z.B. neue Mikrofone, Scheinwerfer und Ausstellungstechnik anschaffen. Drittens werden wir auch Kosten haben, die man mit Eintrittsgeldern nicht wieder hereinholen kann. Jeder soll ja die Möglichkeit haben, an unseren Veranstaltungen teilzunehmen.

MK: Ja und warum gibt Ihrer Meinung nach die Hanns-Lilje-Stiftung dafür so viel Geld aus?

CJ: Mit Recht sieht die Stiftung in Kunst und Kultur eine gute Möglichkeit mit Menschen im Gespräch zu sein. Kunst berührt unsere Seelen und lässt auch die Botschaft des Evangeliums aufleuchten …

MK: Und wen wollen Sie damit erreichen?

CJ: Unser Motto ist ja: Kultur die ankommt. Und das meinen wir auch so. Wir wollen möglichst viele Menschen erreichen, gerade auch Leute, die sonst in den Konzertsälen, Museen und Kirchen vielleicht nicht zu finden sind. Das kulturelle Angebot soll sehr vielseitig sein.

MK: Gibt es schon konkrete Vorstellungen, von dem, was die Menschen in Emden und Umgebung erwarten dürfen?

CJ: Ja … aber alles verrate ich jetzt noch nicht. Wir wollen zum Beispiel eine Ausstellung von Ernst Barlach machen, einem Künstler, zu dem viele Menschen Zugang haben. Seine Plastiken „sprechen“ sozusagen. Musikalisch wird es sehr vielfältig. Musikgruppen aus der Region, ein gregorianischer Chor, aber auch Popmusik …

MK: So viel Kultur in der Kirche – kommt da nicht der eigentliche kirchliche Auftrag der Verkündigung und Seelsorge etwas kurz?

CJ: Sicher kommt eine Kulturkirche nicht überall gut an. Aber wir sehen darin eine große Chance, Menschen zu erreichen. Und damit uns dieses Projekt nicht auffrisst, bekommen wir ja nun auch die besagten Mittel, um uns zu verstärken. Eben gerade, damit unser Auftrag der Seelsorge und Verkündigung nicht zu kurz kommt. Wir machen ja auch unsere Themen stark. Ein gutes Beispiel ist unser generationsübergreifendes Krippenspiel, welches wir in Kooperation mit Musikern und Technikern in 2014 nochmal ganz neu aufstellen wollen. Das wird großartig!

MK: Gibt es etwas, das Sie als große Herausforderung sehen?

CJ: Naja. Für uns ist es natürlich schon eine Herausforderung, auf dem kulturellen Markt in Emden und Umgebung zu bestehen, denn es gibt hier sehr viel. Gute Öffentlichkeitsarbeit wird sehr wichtig sein!

MK: Und worauf freuen Sie sich?

CJ: Es macht großen Spaß Ideen zu entwickeln. Wir haben jetzt schon ein super Team aus Ehrenamtlichen, ohne die unsere vielen Angebote nicht möglich gewesen wären und auch die Kulturkirche nicht funktionieren würde. Und wie jeder Pastor freue ich mich natürlich, wenn die Kirche voll ist! Bei bis zu 1000 Plätzen in der Martin-Luther-Kirche ist das aber auch schon wieder eine Herausforderung!

MK: Danke für das Gespräch und viel Erfolg!