Fotomontage: Martin-Luther-Kirche, Gemeindehaus Bollwerkstraße, Gemeindehaus Conrebbersweg (Hunger)

Die Kanzel der Martin-Luther-Kirche.
Foto: Hunger

Das Logo Kulturkirche der Hanns-Lilje-Stiftung mit dem Innenteil des Bildes "Ich bin das Licht" des Malers Uwe Appold.

Weihnachtliche Beleuchtung.
Foto: Hunger

Das Gemeindzentrum der Martin-Luther-Gemeinde Emden.
Foto: Hunger

27. März 2014

Nachricht

Die Schöpfung von Haydn

Großes Klangerlebnis für 450 Zuhörer

Großes Klangvolumen: Chor und Orchester bei der Aufführung der „Schöpfung“ in der Martin-Luther-Kirche. OZ vom 27.03.14

Oratorium in der Luther-Kirche
Die Evangelische Kantorei Emden führte „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn auf.

Gute Noten haben Zuschauer und Musikkritiker der groß besetzten Aufführung des Oratoriums „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn am Sonntag in der Emder Martin-Luther-Kirche gegeben. Die Evangelische Kantorei Emden – unterstützt vom Jugendchor der Emder Musikschule –, die Kammer-Sinfonie Bremen sowie die vier Solisten bescherten den etwa 450 Zuhörern ein prächtiges Klangerlebnis mit großem Volumen. Die Gesamtleitung hatte Kantor Elmar Werner, der mit großer Gestik Sänger und Musiker zu einer Einheit formte. Länger als zwei Stunden dauerte die ebenso aufwändig wie behutsam inszenierte Aufführung dieses großen Werkes. Es thematisiert die Erschaffung der Welt, wie sie in der Genesis (1. Buch Mose) der Bibel erzählt wird. Der Chor wurde dem Werk Haydns entsprechend in einer Serie monumentaler Passagen eingesetzt, von denen einige das Ende eines Schöpfungstages feiern. Das Orchester spielte häufig ohne Gesangsbegleitung, vor allem in den Tonmalerei-Episoden vom Aufgang der Sonne, der Erschaffung der Tiere und in der Ouvertüre, der  Beschreibung des Chaos vor der Schöpfung. 
Nach kleiner Nervosität zu Beginn und kaum wahrnehmbaren Mängeln in derAbstimmung in frühen Teilen der Aufführung, habe sich die Kantorei „in bester Manier, präsent und präzise gezeigt“, urteilte die Emder Kritikerin Ina Wagner. Sie erlebte wie die übrigen Zuhörer einen „hochmelodischen Abend“. Die Solisten Mareke Freudenberg (Sopran), Knut Schock (Tenor) und Wolfgang Treutler (Bass) entfalteten ihre stimmlichen Gestaltungsmöglichkeiten mit Klarheit und Kraft. Sie repräsentierten die Erzengel Gabriel, Uriel und Raphael, die die sechs Tage der Schöpfung erzählen und kommentieren.
Die Rolle der Altistin Dorothea Ohly-Visarius beschränkte sich nicht nur auf vier Amen im Schlusschor. Elmar Werner setzte sie auch als Querflötistin ein. Am Ende gab es viel Applaus.
(Ein Bericht der Ostfriesen-Zeitung vom 27. März 2014)

Hatte alles im Blick: Kreiskantor Elmar Werner. EZ-Bilder: van Ellen

 

Präsent, präzise - prächtig 

Eine wunderschöne, hochmelodische „Schöpfung“ Evangelische Kantorei Emden sang Haydn-Oratorium in der Martin-Luther-Kirche. - Von INA WAGNER

Kleine Nervosität am Beginn, aber dann ging es mächtig los – mit dem Schöpfungsakt in der Vorstellung des Joseph Haydn. Das prächtige Werk wurde mit allem Aufwand in Szene gesetzt. Neben der Kantorei, die vom Jugendchor der Musikschule unterstützt wurde, gab es vier Sanges- und einen Instrumentalsolisten. Für den orchestralen Klang sorgte die Kammer- Sinfonie Bremen unter der Gesamtleitung von Elmar Werner, der mit großer Gestik die Sänger und Musiker auf Kurs hielt – und das ganze zum glücklichen Ende brachte.
Mehr als zwei Stunden dauert das Oratorium – vom Chaos, über die sieben Schöpfungstage bis hin zum Paradies, in dem Adam und Eva so glücklich leben können, „wenn falscher Wahn euch nicht verführt, noch mehr zu wünschen, als ihr habt, und mehr zu wissen, als ihr sollt“. Doch über allem, was der Mensch dann in seiner selbst verschuldeten Hoffart tut, liegt „des Herren Ruhm“, der in Ewigkeit bleibt. Mit dieser Perspektive endet das hochmusikalische Werk, das mit scheinbar so leichter Hand komponiert wurde.
Immer wieder faszinierend war es, zu hören, wie bedachtsam Elmar Werner das Stück interpretierte. Der Beginn war deutlich verlangsamt. Genussvoll entfaltete sich das Chaos vor den Ohren der rund 450 Zuhörer, weniger bedrohlich als spannend komponiert und in der etwas langsamen Spielweise sehr plastisch ausgearbeitet. Die eindrucksvolle, sehr frühe Szene des „Es werde Licht!“ entwickelte sich nicht ganz so prachtvoll, weil die Abstimmung zwischen den Beteiligten nicht exakt stimmte und die Pauke eine Winzigkeit zu schnell war. Aber danach ging alles gut.
Die Kantorei zeigte sich in bester Manier - präsent und präzise-, und die Solisten waren prächtig bei Stimme. Ein schönes Wiederhören gab es mit der gebürtigen Auricher Sopranistin Mareke Freudenberg, die in Oldenburg ein Engagement hat und Elmar Werner verbunden ist, seit die beiden die Emder Trauerfeier für Henri Nannen in der Johannes a Lasco Bibliothek musikalisch gestalteten.
Die Stimme der Sopranistin ist bestimmt von bildschöner Klarheit, mühelosem Erreichen der hohen Lagen und von erstaunlicher Kraft. Ihr zur Seite standen der Tenor Knut Schoch und der Baß Wolfgang Treutler, die an stimmlichen Gestaltungsmöglichkeiten nichts zu wünschen übrig ließen. Die Kammer-Sinfonie ließ sich willig von Elmar Werner mitnehmen auf dessen Weg durch das schöne Werk und erwies sich nicht nur in den „lärmenden“ Passagen, sondern auch in den hochpoetischen Teilen des Oratoriums  als anpassungsfähiger und geschmeidiger Klangkörper. Das Cembalo (Andreas Kronfeld) begleitet nicht nur die Rezitative, sondern auch die Arien und die Chöre.
Eine undankbare Rolle hatte Altistin Dorothea Ohly-Visarius. Da sie nur einen einzigen Einsatz ganz zum Schluss des Oratoriums hat (die vier „Amen”), setzte Werner sie in doppelter Funktion ein und nutzte dabei auch ihre instrumentalen Fähigkeiten – Dorothea Ohly-Visarius ist nämlich nicht nur eine ausgezeichnete Sängerin, sondern auch eine ebenso begabte Querflöterin. So kam dann ein hochmelodischer Abend zu einem begeisternden Ende. Die Besucher lohnten die Leistung aller Beteiligten mit großem Applaus – und das ganz zu Recht.

(Ein Bericht der Emder Zeitung vom 25. März 2014)